Ihre Browserversion ist veraltet. Wir empfehlen, Ihren Browser auf die neueste Version zu aktualisieren.

Wenn einer eine Reise tut …..

 

Tja, dann kann er, bzw. sie was erleben …..

 

Es ist ein Freitag im Juli 2010, und wie die letzten Tage schon, soll es auch heute wieder sehr heiß werden. Trotzdem freue ich mich auf diesen und die nächsten Tage: ich will zu meiner Schwester und ihrem Mann nach Heiligenhaus fahren – mit dem Zug. Ich habe mich für den IC entschlossen, denn da kann ich von Koblenz bis Essen durchfahren. Dort wollen die Beiden mich am Bahnhof abholen kommen.

Also stehe ich um 5 Uhr auf, um mich in aller Ruhe fertig zu machen. Um 6.30 Uhr kommt ein Bekannter mich abholen und nimmt mich mit zum Bahnhof. Ich habe mich entschlossen, einen Zug früher nach Koblenz zu fahren, wie es eigentlich nötig wäre.

Und nun beginnt ein  neues Abenteuer „Zug-Reise“:

Lt. Fahrplan soll der Zug um 6.52 Uhr nach Koblenz abfahren. Der Zug hat 10 Minuten Verspätung. Ok, ist ja nicht so tragisch. Im Bahnhof bleibt der Zug auch dann noch stehen, nachdem die Passagiere längst alle eingestiegen sind. Dann kommt die Durchsage: „Unsere Weiterfahrt verzögert sich um ein paar Minuten wegen Personenmangel.“ Personenmangel??? Also in dem Abteil, in dem ich gesessen habe, haben alle das gleiche verstanden. Soll das jetzt heissen, dass der Zug so lange stehen bleibt, bis noch mehr Passagiere einsteigen? Das kann ja heiter werden. Nach einer Weile setzt sich der Zug denn endlich in Bewegung, allerdings fährt er  in einem Schneckentempo.  Eigentlich, ja eigentlich sollte der Zug um 7.13 Uhr in Koblenz sein. Um 7.45 Uhr ist es dann geschafft. Der Zug hat Koblenz erreicht. Welch ein Glück, dass ich einen Zug früher gefahren bin. Aber, lach, der Zug, mit dem ich eigentlich hätte fahren können, ist schon vorher angekommen.

Ich bleibe ganz ruhig, denn mein Anschlusszug fährt ja erst um 8.12 Uhr und ich kann wie bereits erwähnt, bis Essen durchfahren. Es kann also nichts mehr schief gehen …. dachte ich….Vorher besorge ich mir noch eine Zeitschrift für ein bisschen Unterhaltung, und, man, habe ich einen Hunger, noch rasch ein belegtes Brötchen. 2,70 Euro – stolzer Preis. Der Preis war wohl "berechtigt", denn das Brötchen war so hart, alsob es schon drei Tage alt wäre. (Zeit ist ja bekanntlich Geld wert ... auch beim belegten Brötchen?) Aber alles nicht so schlimm, denn ich freue mich ja viel zu sehr auf ein Wiedersehen mit meiner Schwester. Auf dem Bahngleis angekommen, kommt die Durchsage, dass der Zug ca. 10 Minuten Verspätung hat und ausserdem nur Waggon 5 und 12 fährt. Bevor mir und auch den anderen Passagieren klar wird, was das bedeutet,  wird die Durchsage wiederholt. Bisher hatten wohl alle geglaubt, sich verhört zu haben, aber bei der zweiten Durchsage wohl nicht mehr. Wie sollten die Menschen denn alle in zwei Waggons passen? Was sollte das für eine Bahnfahrt werden???  Kurz darauf dann eine erneute Durchsage: Entschuldigung, es fährt der komplette Zug ausser Waggon 5 und 12.  Waggon 5 ist das Bordrestaurant und Waggon 12 der Waggon für Fahrräder.

Im Zug entschuldigt sich das Personal dann für die Verspätung und die Unannahmlichkeiten für die beiden fehlenden Waggons. Aber jetzt geht es  -hoffentlich ohne weitere Vorfälle-  weiter, und unser nächster Halt ist Bonn-Hbf. Uppss …. Bonn-Hbf., das ging aber rasch, denn es dauert keine 3 Minuten, und der Zug bleibt ausser planmäßig im nächsten Bahnhof stehen. Es ist ja schön, dass man als zahlender Passagier wenigstens informiert wird, weshalb und warum …. „Sehr geehrte Damen und Herren, leider verzögert sich unsere Weiterfahrt. Wie uns soeben mitgeteilt wird, hat die Kripo den Hauptbahnhof in Bonn abgeriegelt. Unsere Fahrt müssen wir über die rechte Rheinseite fortführen, dazu müssen die Gleise umgestellt werden. Wir bitten um Entschuldigung für die Unannehmlichkeit.“ Nach einer Weile geht es dann endlich weiter. Um 8.44 Uhr  sollten wir lt. Fahrplan in Bonn-Hbf sein, aber der Zug bewegt sich so „rasch“, als ob der Lokführer eingeschlafen wäre. Vor 15 Minuten sind wir durch den Ort gefahren, in dem ich vor zwei Sunden von zu Hause aus weggefahen bin. Das Zugpersonal, das die Fahrkarten kontrolliert, ist wirklich sehr, sehr freundlich und hilft den Passagieren so gut es geht weiter.

Eine Station vor Köln, Köln-Deutz, bleibt der Zug wieder eine Weile stehen … aus technischen Problemen, wie uns mitgeteilt wird. Irgendwann kommen wir mit einer gewaltigen Verspätung im Kölner Hauptbahnhof an. Auch hier dauert es wieder eine Ewigkeit, bis die Reise weitergeht. Es hat überhaupt nicht den Anschein, dass der Zug, der bis Westerland fährt, auch nur einen Teil der Verspätung aufholen wird. Aber … ich will ja nur bis Essen, und in 50 Minuten soll er lt. Fahrplan dort ankommen. Hoffen wir das Beste. Nächster Halt ist Düsseldorf. Bis dahin klappt auch alles, sieht man von dem rasanten Tempo mal ab. In Düsseldorf bleibt der Zug dann wieder eine Ewigkeit  stehen. Vom Zugpersonal erfahren wir, dass es ein kleines technisches Problem gibt. Von Düsseldorf bis Duisburg sind es mit dem IC normalerweise 13 Minuten. Aber weit gefehlt. Zwischen beiden Orten muss der Zug durch einen relativ langen Tunnel. Mitten im Tunnel bleibt er stehen. Nach einer Weile dann die Durchsage, dass wir mit der Weiterfahrt warten müssen, weil die Lok sich überhitzt hat, und das Personal erst versuchen muss, die Lok abzukühlen. Na toll, und das mitten im Tunnel, kein bisschen Tageslicht ist zu sehen. Als sich nach einer Weile immer noch nichts tut, werden einige Fahrgäste unruhig. Überhitzte Lok – Tunnel …. Dann kommt die Durchsage, dass kein Grund zur Panik besteht und es gleich weitergeht. Welch ein Trost. Ich weiss nicht, wie lange der Zug gestanden hat, mir kam es jedenfalls wie eine Ewigkeit vor. Endlich in Duisburg angekommen, kann ja jetzt nicht mehr viel schief gehen – dachte ich. Nachdem die Fahrgäste aus- und eingestiegen waren, kommt dann die erfreuliche Nachricht, dass sich die Weiterfahrt nur um ca. 20 Minuten verzögert, weil die Lok erst repariert werden muss, kurz darauf dann die Ankündigung, dass die Lok endgültig ihren Geist aufgegeben hat und eine andere Lok vor den Zug gespannt werden muss. Heul, es sind doch nur noch 11 Minuten bis nach Essen. Ich habe die Nase voll und steige aus dem Zug aus. Irgendwie werde ich schon nach Essen kommen. Mir kam die  rettende Idee, dass meine Schwester mich hier, statt in Essen abholen könnte. Also nehme ich mein Handy und ….. und …. Nein, das darf doch nicht wahr sein. „Verbindungsfehler“ heißt dieses Mal die Hiobsbotschaft. Mein Handy ist gerade mal eine Woche alt, das kann doch nicht kaputt sein, also versuche ich, meinen Lebensgefährten und meine Freundin anzurufen, mit dem gleichen Ergebnis. Ich bin begeistert, nochzumal  es so ca. 35 Grad sind  (wohlbemerkt: im Schatten!!!). Also, öffentliche Telefonzelle. Mein letztes Kleingeld, drei Euro hat mich der Spass gekostet, obwohl ich wirklich nur ganz kurz mit meiner Schwester gesprochen habe. Sie kennt sich in Duisburg nicht aus, also muss ich zusehen, wie ich nach Essen komme. Wir verabreden uns an einem bestimmten Punkt. Mein Handy funktioniert immer noch nicht. Wieder auf dem Bahnsteig angekommen, sehe ich dass alle Fahrgäste aus dem bewussten Zug aussteigen. Inzwischen wurde bekannt gegeben, dass der Zug nicht weiterfährt, und alle Fahrgäste sich einen anderen Zug zur Weiterfahrt suchen müssen. Die Freude unter den Betroffenen ist  "groß", denn wie gesagt, der Zug sollte bis Westerland fahren. Also: Fahrplan – Bahnsteig – in den Zug – Abfahrt. Bohhh .. das hat ja richtig toll geklappt. Um Punkt 12 Uhr bin ich mit einer zweistündigen Verspätung endlich in Essen,  meine Schwester steht im Stau, und mit dem Treffpunkt das war ja wohl auch nichts, denn der Bahnhof wird, bzw. ist total umgebaut. Ausser den Gleisen ist nichts mehr da, wo es einmal war, und rings um den Bahnhof ist von den paar Parkplätzen, die noch da sind, kein einziger mehr frei.  Also ruhig bleiben und einfach Ausschau nach den Beiden halten.

Ich war ja nur 5 und eine halbe Stunde unterwegs, mit dem Fahrrad hätte ich wohl kaum länger gebraucht. Jetzt kommt es auf ein paar Minuten auch nicht mehr an. Trotzdem freue ich mich, meine Schwester zu sehen.

Nach einer Weile "entdecken" wir uns und, welch ein Wunder, mein Handy klappt auch wieder

 

Eine wahre Begebenheit im Bus, an die ich immer wieder denken muss:

vor mir sitzt eine Gruppe junger Leute …

so zwischen 9 und 11 Jahren. Ein Mädchen hat heute Geburtstag. Alle gratulieren ihr.  Eine ihrer Klassenkameradinnen hat ihr ein Heftchen geschenkt, in dem die heutigen Horoskope stehen. Das Geburtstagskind freut sich: heute ist mein Glückstag und noch am so und so vielsten Mai. Wie aus der Pistole geschossen, wollen natürlich auch alle anderen ihr Horoskop und ihre Glückstage  wissen. Ein munteres  Hin und Her und die meisten geben ihr Kommentar ab. Nur ein kleiner, recht unscheinbarer Junge sitzt still auf der Busbank, gibt keinen Ton von sich, will auch nicht wissen, wann seine Glückstage sind. Als die  „Meute“  wieder ruhiger wird sagt er: „Für mich ist jeder Tag ein Glückstag!“ Und direkt kommen Gegenargumente: „Das kann doch gar nicht sein, das gibt es nicht, und wieso!?“ „Doch,“ meint der Bub, „weil ich lebe!!“ Ein Raunen geht durch den Bus, irgendwie scheinen die jungen Leute nachdenklich zu werden, bis eins der Mädchen meint: „Aber wieso, wir leben doch alle.“ „Ja meint der Junge: „Aber MEINE Mama hat MICH doch zur Welt gebracht.“

 

 

Auch das habe ich tatsächlich erlebt:

Opa bei der HUK:

Opa, mindestens 85 Jahre alt, kommt ganz nervös mit wackligen Beinen ins Versicherungsbüro: "Frölleinchen, ich möchte meinen Zweitwagen wieder versichern lassen, meinen Peugeot 106."

 

Versicherungsangestellte schaut in ihren PC: "Den Wagen haben Sie doch schon bei uns versichert, oder haben Sie einen neuen Wagen?"

 

Opa: "Nein, nein, ich will den mit demNummernschild X-Y-100 wieder versichern."

 

Versicherungsangestellte: "Ja, guter Herr, den haben Sie bereits bei uns versichert."

 

Opa: "Nein, kann nicht sein. Den Wagen fahre ich doch nur im Sommer, weil der doch die Sommerreifen drauf hat. Im Winter, ja da fahre ich meinen anderen Peugeot 106. Das ist genau der gleiche. Sogar die Farbe ist gleich …. Ausser …wissen Se Frölleinchen,  der, ja der hat doch die Winterreifen drauf. Na ja, und ein anderes Nummernschild hat er auch, nämlich die X-Y 101. - Aber sonst ist alles gleich!"

 

Versicherungsangestellte schmunzelt: "Aber Ihren guten Peugeot 106 mit dem Nummernschild X-Y 100, der für den Sommer bestimmt ist, den haben Sie wirklich schon seit einem Jahr versichert. Hier schauen Sie mal auf meinen Bildschirm. Da steht es."

 

Opa ist verzweifelt, ER versteht die Welt nicht mehr.

 

Versicherungsangestellte ganz freundlich: "Wissen Sie was, Herr Müller, wir gehen jetzt mal gemeinsam an Ihren Wagen, und schauen, mit welchem Wagen Sie denn den ganzen Winter gefahren sind."

 

Beide kommen wieder zurück, Opa den Tränen nahe: Er war den ganzen Winter mit dem Sommerauto mit den Sommerreifen und ohne Versicherungsschutz gefahren